Fundación Gego verlängert Dauerleihvertrag und schenkt Zeichnung
Das Kunstmuseum Stuttgart und die Fundación Gego setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort: Der 2017 geschlossene Dauerleihvertrag über 100 Werke der venezolanischen Künstlerin Gego (1912–1994) wird um weitere zehn Jahre verlängert.
Darüber hinaus schenkt die Fundación Gego dem Kunstmuseum die Zeichnung »Sin título« (1970). Die Schenkung unterstreicht die
Wertschätzung für die langjährige Kooperation, durch die Gegos Werk in Europa größere Sichtbarkeit erlangt hat.
Die Dauerleihgabe der Fundación Gego umfasst 100 Werke – darunter 86 Arbeiten auf Papier, elf Objekte und drei Künstlerbücher. Damit beherbergt das Kunstmuseum Stuttgart eine der bedeutenden Sammlungen von Gegos Arbeiten weltweit, neben dem MACBA in Barcelona, dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York City und dem Museum of Fine Arts, Houston. Die Verlängerung des Dauerleihvertrags um weitere zehn Jahre steht für die Fortsetzung einer erfolgreichen engen institutionellen Partnerschaft, die wesentlich zur Erforschung und Vermittlung von Gegos Werk durch Ausstellungen und wissenschaftliche Projekte beigetragen hat. Mit der Schenkung der Zeichnung »Sin título« (1970) würdigt die Fundación Gego das langjährige Engagement des Kunstmuseums.

Gertrud Goldschmidt (1912 in Hamburg – 1994 in Caracas), bekannt unter dem Künstlernamen Gego, ist eine Pionierin der modernen Kunst in Lateinamerika. Mit ihren abstrakten Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpturen trug Gego entscheidend zur dortigen Entwicklung der geometrischen Abstraktion und der kinetischen Kunst bei. Seit den 1990er-Jahren sind Arbeiten Gegos zunehmend in Ausstellungen internationaler Museen präsent.
Den Ausgangspunkt für die Überlassung des umfangreichen Teilnachlasses bildete die große Retrospektive »Gego. Line as Object«, die das Kunstmuseum Stuttgart 2013 in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle und dem Henry Moore Institute in Leeds ausrichtete. Für Stuttgart als Ort der Aufbewahrung und Erforschung sprach vor allem die enge biografische Verbindung der Künstlerin mit der Stadt: Von 1932 bis 1938 studierte Gego Architektur und Ingenieurwissenschaften an der Technischen Hochschule Stuttgart. 1939 emigrierte sie von Stuttgart aus über England nach Venezuela, wo sie in den 1950er-Jahren ihre künstlerische Tätigkeit begann.
2022 präsentierte das Kunstmuseum mit »Gego. Die Architektur einer Künstlerin« eine weitere monografische Ausstellung, die sich wesentlich auf den Dauerleihgabenbestand stützte. Sie ging aus einem dreijährigen Forschungsprojekt des Kunstmuseums Stuttgart, der Universität Stuttgart und der Wüstenrot Stiftung hervor, das die Verbindung zwischen Gegos architektonischer Ausbildung und ihren künstlerischen Konzepten untersuchte. Ein besonderes Augenmerk galt dabei dem grafischen Werk und einer wenig bekannten Performance von Gego, die in Kooperation mit der John Cranko Schule reinszeniert wurde.
Darüber hinaus sind Gegos Arbeiten in wechselnden Gegenüberstellungen innerhalb der Sammlungspräsentation zu sehen. Das Kunstmuseum unterstützt zudem internationale Institutionen bei Ausstellungsvorhaben zu ihrem Werk: So reisten Arbeiten aus dem Stuttgarter Konvolut zuletzt als Leihgaben an das Guggenheim Museum Bilbao (2023/24) sowie an das Zentrum Paul Klee in Bern (2025/26).



